Ankündigung vom 7. März 2008

Grosser Poetry Slam Finale mit hochkarätiger Besetzung und mit "Slam & Howie" als sensationelle Begleitband und Dj zur Abschlussparty

Am Freitag, 7. März findet um 20.30 Uhr in der Schützi Olten das Finale der Slam-Trilogie ?laut & deutlich?  der art i.g. statt. Der Dichterwettstreit hat in den letzten zwei Ausgaben Olten begeistert und für das Finale ist Poesie und Performance auf höchstem Niveau zu erwarten.

Der Kampf um das goldene Mikrofon geht in die letzte Runde: Am Finale der zweiten Slam-Trilogie ?laut & deutlich? treten nochmals 12 SlammerInnen ins Scheinwerferlicht und versuchen, mit Worten bei der Jury und dem Publikum zu punkten. Fünf der sieben Finalisten aus den ersten beiden Slams sind mit von der Partie und vor allem die Sieger Renato Kaiser und Simon Chen sind die heissesten Anwärter auf das goldene Mikrofon. Kaiser hat die letzte Trilogie 2006/2007 mit drei Siegen dominiert und somit auch gewonnen. In den letzten zwei Slams führte Simon Chen aus Zürich nach Punkten die Tabelle an. Am letzten Slam wurde er von Renato Kaiser jedoch bereits auf den dritten Platz verwiesen. Sein Text über die Solothurner Mundart blieb jedoch vielen in guter Erinnernung.

Aber auch die Locals können sich sehen lassen: Lisa Christ und Manuel Locher haben bereits mit ihren Texten brilliert und auch von Lee Aspinall, der zum ersten mal teilnimmt aber in Olten doch kein Unbekannter ist, kann einiges erwartet werden. Lisa Christ erreichte bei ihrem ersten Slam bereits das Finale. Mit Raphael Studer ist ebenfalls ein Finalist aus der ersten Trilogie als vierter lokaler Vertreter am Start. Spannung und Stimmung in der Schützi sind also garantiert und DJ ?Fadboy Slam? wird nach der Preisverleihung auflegen und die Schützi zum Abtanzen bringen.

Durch den Abend führt das Moderatorenduo Etrit Hasler und Fabienne Käppeli und musikalisch begleitet wird dieser Slam von Slam & Howie aus Bern. ?Slam & Howie? spielen Lieder über die essentiellen Dinge des Lebens: Frauen, Alkohol, Einsamkeit, Knast und über die endlosen Asphalt-Highways. Wer Johnny Cash liebt, Elvis vergöttert und gerne zu Motörhead abrockt, darf sich die Jungs nicht entgehen lassen. Noch selten hat Country-Mucke soviel Spass gemacht.

Diesen Freitag auf der Bühne: Samuel Hofacher, Bern; Renato Kaiser, Goldach (Sieger 2. Runde), Manuel Locher, Olten; Patrick Armbruster, Winterthur; Raphael Studer, Olten; Remo Rickenbacher, Thun; Lisa Christ, Olten; Simon Chen, Zürich (Sieger 1. Runde); Ato Meiler, Frauenfeld; Marcel Baumgartner, Bern; Lee Aspinall, Olten; Michael Sasdi, Bern

Rückblick auf Abschlussfinale

Gut 400 Personen fanden den Weg in die Schützi Olten und fieberten mit den 12 Teilnehmern mit. Es war ein Abend der Superlativen: Hochkarätige SlammerInnen, Spannung bis zur letzten Runde und der grösste Publikumsaufmarsch in der ?laut & deutlich?-Geschichte.

Sieger der Gesamttrilogie wurde Simon Chen aus Zürich


Slam & Howie aus Bern eröffneten mit ihrem unplugged Country den Abend und brachten das Publikum gleich zu Beginn in gute Stimmung.

Der Slam wurde von den beiden Oltnern Rafael Studer und Manuel Locher gestartet, bevor mit Simon Chen aus Zürich, ein der grossen Anwärter auf den Gesamtsieg die Bühne betrat. Er befasste sich mit der härtesten Verfehlung, seit es Birkenstockschuhe gibt: Den Crocs. Diese Kunststoffschuhe seien zwar eine Wohltat für die Füsse, aber das Auge werde mit Füssen getreten. Sein Text war so überzeugend, dass sich nur ein sehr kleiner Teil des Publikums als Crocs-Träger outete, die Jury dafür aber sehr gute 26 Punkte gab.

Marcel Baumgartner aus Bern befasste sich mit dem Thema Auswandern und landete am Schluss seines Slames dort, wo er eigentlich nie hin wollte: In den Vatikan. Nach der Oltnerin Lisa Christ, die mit ihrem Text das Publikum glücklich machen wollte, obwohl sich dieses erhoffte, dass sich die Kreativität der Slammer mit dem Eintrittsgeld auf sie abfärbe, stand auch der zweite grosse Favorit auf der Bühne: Renato Kaiser aus Goldach. Er blieb in seiner Heimat und erzählte, was für Bekehrungsangriffen er in der Toggenburgbahn ausgesetzt sei. Da hilft es auch nicht, sich als Moslem auszugeben: alle können zu Jesus finden. Das fand auch das Publikum und belohnte ihn mit 29 Punkten und dem Einzug in den Final.

Beinahe so viele Punkte holte sich Remo Rickenbacher aus Thun, seines Zeichens Albtraum (nach neuer Rechtschreibung) und erstklassiger Performer seiner Texte. Seine Identitätsfindung in den Wirren der ewigen Rechtschreibreformen konnte er auch mit Hilfe des Publikums nicht ganz klären, so dass er beschloss, ins französische Vokabular zu emigrieren und somit auch in den Final des Abends.

Es folgten Texte philosophischer und sozialkritischer Art von Lee Aspinall (Olten), Samuel Hofacher und Michael Sasdi (beide Bern), bevor ein weiterer Favorit die Bühne betrat: Ato Meiler aus Frauenfeld. Mit seinem sympathischen Dialekt rührte er das Publikum und es fühlte sichtlich mit, als bei ihm alles schief ging: Kühlschrank kaputt, Bier kalt und Frau mit dem Schlüsseldienstmann durchgebrannt. Bei seinem zweiten Text haute er den Nachbarn in die Pfanne und sich selber in den Final.

Patrick Armbruster aus Winterthur hatte da ganz andere Probleme: Warum kann sich ein Postomat nach 15 Jahren immer noch nicht merken, dass er immer nur 100.? ohne Beleg beziehen will? Und als es endlich klappt, ist sein Konto nicht gedeckt.

Im Finale traten die alten Griechen (Renato Kaiser), Natascha (Remo Rickenbacher) und ein Kugelfisch (Ato Meiler) gegen einander an. Gewonnen haben jedoch nicht wie letztes Mal die Griechen, die es wohl nicht nur im Olymp, sondern auch in der Schützi wild trieben, denn die Moderatoren Fabienne Käppeli und Etrit Hasler mussten das Publikum mehrmals befragen, bis Remo Rickenbacher mit seinem Natascha-Discotext als Sieger des Abends feststand.

Nun ging es darum den Gesamtsieger der Trilogie zu ermitteln. Es gelang die Sensation: Simon Chen und Renato Kaiser mussten sich ein Stechen liefern, da sie nach den drei Slam-Abenden die gleiche Punktzahl erreicht hatten. Kaisers Tanzeinlage auf der Bühne nützte nichts, Chen überzeugte das Publikum mit dem Willkommensgruss an alle Deutschen in der Schweiz, die hier zu Gast mit Freuden sind.

Weit nach Mitternacht wurden die Whisky-Flaschen und das Goldene Mikrofon überreicht. Es war ein grandioser Abend, mit erstklassigen Texten und überzeugenden Slammern. Die Band ?Slam&Howie? hat ebenfalls viel zum Abend beigetragen und wusste mit ihren kurzen Stücken zu begeistern. Ihr grosses Repertoire nutzen sie teilweise auch, um die Songs spontan dem Slamtext anzupassen. Nach dem Slam verblieben noch einige Gäste zum Sound von Dj Fat-Boy-Slam oder liessen den Abend an der Bar ausklingen.

?laut & deutlich? ist für diese Saison in dieser Art zu Ende. Aber der Verein arti i.g. ? Plattform für Kunst und Kultur in der Region Olten hat noch weitere Anlässe im Programm:

12.4.2008: ?laut & deutlich? am Sächsilüüte in Zürich
26.4.2008: Poetry-Slam im Ochsen Zofingen
31.5.2008 U20-Poetry-Slam anlässlich der JugendArt (25.?31.5.2008) in Olten
3. ?laut & deutlich?-Trilogie in der Schützi Olten: 7.11.08, 9.1.09,  und 6.3.09