Die Berner Slamszene dominiert den Poetry Slam Trilogiestart


 

Sobald der Nebel die Stadt umhüllt, beginnen mit der Herbstzeit auch die Poesienächte in der Oltner Schützi und weitere Lesebühnen für Freunde des gesprochenen Wortes. Am letzten Freitag war es endlich soweit und die 8. Poetry Slam Trilogie startete in die neue Saison. Obwohl die Ostschweiz als Mekka der Slamszene gilt, setzten sich am Startabend die Berner Szene durch. Art i.g. als Veranstalter ist es gelungen, vier bekannte sowie sieben unbekannte Gesichter in Olten zu präsentieren und schuf einen vielseitigen Abend der Dichtkunst, welcher die grosse Bandbreite dieser Genre bewies. Als Sieger durfte der Thuner Michael Frei, welcher bereits das u20 Kantonsfinale gewonnen hatte, den Pokal in die Höhe stemmen und hat sich damit seinen Stellenwert in der offiziellen Kategorie gesichert.

 

Viele Besucher haben den Weg durch die kühle Nacht unter die Füsse genommen und füllten die Schützi. Sie wurden durch den Singer-, Songwriter Peter Finc aus Baden herzlich abgeholt und aufgewärmt für den Slam. Finc präsentierte eine breite Palette von Songs zwischen klassischem Blues und melancholischen Songs mit Ohrwurmpotential. Gekonnt führte das Moderationsduo Fabienne Käppeli und Etrit Hasler, welcher den ersten Text des Abends übernahm, durch das Programm.

Berner Dominanz
Die beiden Slammer aus Deutschland, Gabrielle Busse aus Tübingen und Philipp Herold aus Heidelberg, wurden zu Beginn gelost und eröffneten die Trilogie auf den undankbaren zwei Startplätzen. Während Busse sich mit ihrem Kindheitstrauma Stottern auseinandersetzte, hinterfrage Herold das klassische Mannenbild und endete stolz mit der Feststellung, dass er seine eigene Position dazwischen geniesse. Dass er sich, mit grosser Freude für die Poesie lieber mit Weltanschauungen und Philosophien auseinandersetzt als sich mit klassischen Männerdomänen, bewies er in seinem Text und wurde gut benotet. Remo Zumstein aus Burgdorf beehrte nach langer Zeit wieder Olten und punktete mit seinen berndeutschen Wortspielen. Aus dem Thurgau reiste der Gewinner des Kabarett-Castings, Jan Rutishauser an. Er zeigte einen Auszug aus seinem entstehendem Programm und bestätigte, dass Slam und Kabarett nahe beieinander liegen. Es folgten zwei Slamneulinge: Robert von Dewitz aus Zug sowie Christoph Stapfer, welcher oft den Solothurner Mundgerecht Slam moderiert. Beide meisterten ihr Slamdebut in Olten mit Bravur. Michael Frei war zum zweiten Mal in der Oltner Schützi. Im Mai gewann er das u20 Kantonsfinal und war nun mit einem Liebestext in Verschmelzung mit Ortsnamen erstmals beim offiziellen Slam. Er gewann die Herzen des Publikums und setzte sich mit einer hohen Wertung an die Spitze. Der letztjährige Trilogiesieger Gregor Stäheli eröffnete nach der Pause. Er setzte sich mit Abfallthemen auseinander und zeigte auch seine politische Seite. Als Pensionär angekündigt wurde Hans Jürg Zingg aus Hasle. Er präsentierte im breiten Berner-Mundart vielfältige Texte mit verfremdeten Mundartliedern und bewies, dass er mit dem jungen Teilnehmerfeld locker mithalten kann und sicherte sich die Finalteilnahme. Mit Julia Kubik ging es nochmals in die Ostschweiz bevor der Burgdorfer Ädu Merz die Vorrunde mit einem starken politischen Statement beendete.

Die drei Berner und Vertreter verschiedenster (Slam-)Generationen machten den Final unter sich aus. Zumstein eröffnete mit seinem „Messi“-Text über den öffentlichen Verkehr und Michael Frei thematisierte nochmals Themen seiner Jugend. Hans Jürg Zingg schloss den Abend mit Sprachbildern, die eine Mischung zwischen Beat, Dadaismus und Rap bildeten und seine breite Arbeitsweise präsentierten. Beim Ausklatschen des Abendssiegers musste er jedoch der Jugend den Vorrang geben. Frei setzte sich knapp gegen Zumstein durch und hob Pokal und Whisky in die Höhe. Die Berner Szene hat mit ihrer starken Präsenz ihren Stellenwert bewiesen und Olten kann sich auf den 17. Januar freuen, wenn die Finalisten sich mit weiteren Slammern wieder in der Schützi messen. Bevor es in die Weihnachtspause geht, wird art i.g. am Wortklang vom 24. November nochmals drei Berner Exponenten der SpokenWord Szene in der Variobar präsentieren.

Die 8. Poetry Slam Trilogie startet am 15. Nov. in der Schützi Olten

Einen Abend lang messen sich einige der besten Dichterinnen und Dichter aus Deutschland und der Schweiz in der Schützi. Der Poetry Slam „laut&deutlich“ des Oltner Vereins art i.g. hat sich in den letzten Jahren in  Olten sowie der Schweizer Poetry-Slam Szene etabliert und startet bereits in die 8. Saison. Zum Start in die neue Saison zeigen die Veranstalter ein breites Teilnehmerfeld mit den vielfältigen Möglichkeiten der Kunst der Bühnendichter. Nebst dem Slam wird mit Peter Finc zudem ein Musiker präsentiert, welcher in der Songwriterszene über die Schweiz hinaus erste Erfolge erzielt und mit seinem Songs Wohlfühlatmosphäre in den kalten November zaubert.

Das Bewährte des Oltner Slams bleibt garantiert. Rund zehn Dichterinnen und Dichter buhlen um die Gunst des Publikums sowie dem Sieg mit der obligaten Flasche Whisky und des "laut&deutlich" Pokals. Das etablierte Moderatorenduo Fabienne Käppeli und Etrit Hasler führt wieder gemeinsam mit einer Begleitband durch den Abend. Zum Start wird "Peter Finc“ aus der Region Baden als Singer-/ Songwriter das Publikum aufwärmen und mit Jingles während dem Slam die Slammer unterstützen.

Natürlich erwartet Olten ein super Lineup mit Slammern sowie viele neue Gesichter.
Aus Heidelberg wird Philipp Herold anreisen. Herold ist ein vielfältiger Slammer mit einem Faible für die Dichtform Elfchen. Ebenfalls aus Deutschland wird die junge Ravensburgerin Gabrielle Busse erstmals den Oltner Slam beglücken. Ein breites und starkes Teilnehmerfeld kommt aus dem Kanton Bern. Der Burgdorfer Ädu Merz ist in Olten ein bekanntes Gesicht. Er ist mal lustig aber auch politisch und konnte schon an den Kabaretttagen einen Auszug aus seinem Programm präsentieren. Remo Zumstein, aus der gleichen Stadt, war schon lange nicht mehr in Olten und freut sich, das Publikum mit seinen Wortspielen zum Lachen zu bringen. Michael Frei aus Thun gewann die u20 Slamausscheidung des Kantons und zählt zu den grossen Nachwuchshoffnungen der Szene. Ein altersmässiger Gegenpol bildet Hans Jürg Zingg – er betrat erst kürzlich die Slambühnen der Schweiz. Der pensionierte Deutschlehrer aus Hasle-Rüegsau hat jedoch eine breite Bühnenerfahrung in Kabarett, Musik und Textperformance und rockt erfolgreich nun auch im Slam mit, so konnte er kürzlich den Finaleinzug der Schweizermeisterschaft in Bern erreichen. Die junge St. Gallerin Julia Kubik ist Bühnenpartnerin von Etrit Hasler im Slamteam „Zweiwandern“ und ist mit ihren Texten erstmals in Olten zu sehen. Es freut die Veranstalter sehr, den letztjährigen Trilogiesieger Gregor Stäheli aus Basel wieder im Lineup zu haben – er wird alles daran setzen, wieder Punkte zu sammeln und seinen Titel zu verteidigen. Die Dichterinnen und Dichter messen sich wiederum um die Gunst des Publikums und gewinnen Punkte für den Abendsieg, aber auch für die Slams der Trilogie. Im März wird dann der beste Slammer der diesjährigen Saison gekürt und steigt als achte Persönlichkeit in die „hall of fame“ des Oltner Slam Olymps auf.

Der Slam beginnt um 20.30h – Türöffnung ist um 19.45h. Zum Start ist ein Musikset geplant, welches nicht verpasst werden darf. Ein Geheimtipp ist Peter Finc schon lange nicht mehr und dennoch erstmals in Olten zu sehen. Spätestens seit auf nationalen Radiostationen sein Debütalbum «About Light And Stuff» zu hören war, weiss man was die Schweizer Musikszene sonst noch zu bieten hat. Seine Musik und sein aktuelles Album „It’s just a bad hair day“ ist sympathisch, ehrlich und direkt. Er singt über die Liebe und über Selbstverwirklichung, hinterfragt aber auch kritisch gesellschaftliche Muster und sich selbst. Mehr Infos und Vorverkauf unter www.artig.ch

Lineup des Abends

Gabrielle Busse (Tübingen)

Michael Frei (Thun)

Philipp Herold (Heidelberg)

Julia Kubik (St. Gallen)

Ädu Merz (Burgdorf)

Gregor Stäheli (Basel)

Jan Rutishauser (Göttingen)

Hans Jürg Zingg (Hasle-Rüegsau)

Remo Zumstein (Burgdorf)

Christoph Stapfer (Solothurn)

Robert von Dewitz (Zug)