Mit schwarzem Humor gewann Hazel Brugger erneut den Poetry Slam

Der zweite Abend der  7. Poetry Slam Trilogie bescherte Olten ein unterhaltsames und abwechslungsreiches Potpourri der Spoken-Word Kunst. Zehn Dichterinnen und Dichter performten Texte in hoher Qualität und mit grosser Unterschiedlichkeit. Als Gewinnerin konnte die junge Hazel Brugger den Sieg des Abends mit nach Hause nehmen. Die Dielsdorferin holte schon letztes Jahr den Gesamtsieg der Trilogie und konnte auch dieses Mal, mit ihrem schwarzen Humor, die Gunst des Publikums auf ihre Seite holen.

Der beliebte Dichterwettstreit des Oltner Kulturvereins art i.g. begann mit einem Showblock der Hip-Hop Band ?Das Menschenkind? aus St. Gallen. Die drei jungen Künstler performten deutschen Rap mit Elektroniksound-Tüfteleien. Nach einem Jahr Pause, aufgrund Abwesenheiten von Etrit Hasler,  begrüsste das Moderatorenduo Fabienne Käppeli und Etrit Hasler die zahlreichen Zuschauer und man spürte schnell, wie die beiden Bühnenpartner es genossen, endlich wieder einmal den Abend gemeinsam bestreiten zu können. Gekonnt, mit viel Charme und Witz, führten sie durch die Show. Nach dem ersten Text des Abends von Etrit Hasler über Krankheiten, unerwartete Rückschläge und dem bewussten Geniessen des Lebens startete der offizielle Block. Der erste Künstler hat in Slams oft die härtesten Bedingungen und wenig Chancen auf den Finaleinzug. Simon Chen, Trilogiesieger 07-08 gelang aber ein fulminanter Einstieg und mit 45 Punkten eine sehr hohe Wertung. Pauline Füeg aus Hannover konnte mit ihrem ernsten Text auf die schnell entstandene Stimmung aufbauen und performte feinfühlig und solid. Bereits als dritte Künstlerin erhöhte Hazel Brugger den Punktestand auf hervorragende 47 Punkte mit ihrem Text über die Leiden, wenn man mit dem Namen Hazel durch die Schulzeit gehen muss. Für einmal waren im ersten Block des Abends die folgenden Künstlerinnen fast die Benachteiligten, da der Aufwärtstrend fast unmöglich fortgesetzt werden konnte. Die u20 Poetin Laurentia Nussbaum aus Zürich startete mit einem farbenfrohen Gedicht mit unerwarteter Pointe, blieb danach beim Thema und performte einen Text über die Frühlingszeit. Der letztmalige Finalist Gregor Stäheli konnte mit seinem Text über seine Exfreundin und deren neuen Freund Stefan nicht an den Erfolg des Novembers anknüpfen. Ebenfalls musste Manuel Diener auf den Finaleinzug verzichten und gewann mit einem erneuten ?Amnesty International? Text diesmal nicht genügend Punkte für das vordere Teilnehmerfeld.

Nach der Pause und einem weiteren Beitrag von ?Das Menschenkind? eröffnete der Frauenfelder Ivo Engler den zweiten Teil. Seine Kürzesttexte die von Tischen, Gemüse oder Tieren handelten, gepaart mit seiner schelmischen Vortragsweise in Bühnendeutsch mit hohem Schweizerakzent, holte viele Lacher, obwohl er vielleicht mit seinen unerwarteten Wendungen oder Schlusssätzen gewisse Zuhörer überforderte. Unser Lokalmatador Kilian Ziegler durfte sein fünfjähriges Bühnenjubiläum feiern und holte genügend Punkte für den Finaleinzug. Simone Steiner aus Härkingen war erstmals am Slam dabei und performte einen Text über die Girls auf der Titelseite des Blicks und die damit verbundene, kurze Zeit des Ruhms. Ihre Bühnentaufe in Olten war erfolgreich, ihre Performance solid aber leider auch etwas hastig, es ist aber zu hoffen noch mehr von ihr oder weiterem regionalen Nachwuchs zu sehen. Als Abschluss vor dem Final durfte Michèle Friedli aus Bern mit einer erneuten Story aus der Serie ?Me hed jede Tag e Tubel z?guet? präsentieren. Der Dreierfinal mit Simon Chen, Hazel Brugger und Kilian Ziegler liess die Stimmung nochmals steigen, auch wenn eine leichte Müdigkeit im Saal zu verspüren war. Mit dem Sieg von Hazel Brugger bleibt die Trilogie spannend und Olten kann gespannt sein, wer im März den Abendsieg holt, sowie das ?Kopf an Kopf?-Rennen um den Trilogiesieg gewinnt und in die ?Hall of fame? der Oltner Slamtrilogie aufsteigen kann. Durch die aktuelle Führung von Kilian Ziegler mit einem Punkt Vorsprung vor Hazel Brugger sind zwei bisherige Trilogiesieger in Poleposition und könnten am Abschlussabend vom 15. März 2013 einen erstmaligen Doppelsieg schaffen ? was einem Ritterschlag des Oltner Slams gleich käme.


Zum Abschluss übergaben die Moderatoren dem Slammaster als Symbol ein T-Shirt mit der Nummer 51, verbunden mit dem Dank, für die 51 Poetry Slams welche der Oltner Verein in Olten und Zofingen in den letzten sieben Jahren organisiert hat. Zusammen mit der Lesebühne ?Wortklang? welche auch aus dem Hause art i.g. kommt, den Donogood Lesungen oder 
der Gruppe um das Literaturmagazin ?Das Narr? hat sich die Region Olten einen hervorragenden Ruf in der Spoken-Word Szene der Schweiz geschaffen. Die Kulturvermittler der Region können stolz sein, dass Olten mit der Literaturszene, den Kabaretttagen, bedeutsamen Kleintheatern und der Tanz- und Jazzszene ein wichtiger Ort der Bühnenkunst geworden ist.    

Drei ehemalige Trilogiesieger am Slam vom 18. Januar dabei

Bereits geht der zweite Slam der  7. Poetry Slam Trilogie, welche im letzten November startete, über die Bühne und der beliebte Dichterwettstreit im Kulturzentrum Schützi ins neue Jahr. Drei der Finalisten vom Startslam stehen wieder auf der Bühne und das Teilnehmerfeld verspricht einen vielseitigen Abend der Poesie und Performance.

Der Lokalmatador Kilian Ziegler führt das Teilnehmerfeld an, er konnte sich in einem spannenden Slam knapp gegen Gregor Staehli aus Basel durchsetzen, beide Künstler werden auch im Januar wieder in der Schützi dabei sein. Für die beiden Slammer wird es jedoch schwierig, ihren Vorsprung zu verteidigen. Hochkarätige Vertreter der Slamkunst aus Deutschland und der Schweiz brennen darauf, den Final zu erreichen und den ersten Sieg im 2013 mit nach Hause zu nehmen.

Im Teilnehmerfeld wird die letztjährige Trilogiesiegerin Hazel Brugger aus Dielsdorf mit ihrem schwarzen Humor das Publikum begeistern. Ebenso wird Simon Chen, als Trilogiesieger 2007/08 und in Olten ein gerne gesehener Gast, nach langer Zeit wieder beim Slam mitmischen. Der Frauenfelder Ivo Engeler war ebenfalls lange Zeit nicht dabei. Engeler erreichte bei der CH-Meisterschaft 2012 das Final und ist mit seinen Kurztexten und seiner witzigen Vortragsweise einzigartig und das Publikum wird gleichmässig begeistert wie auch irritiert sein. Michèle Friedli aus Bern ist in Olten bekannt und wird wohl wieder mit einem Text aus Serie ?Me hed jede Tag e Tobel zguet? im breiten Berndeutsch aus dem Leben der Frau berichten. Manuel Diener ist oft im Slamduo ?Interobang? unterwegs und war beim letzten Slam mit seinen ernsten Texten im Final. Wir hoffen, er wird wiederum mit Beiträgen der ernsten Seite in Olten performen. Simone Steiner war noch nie in Olten zu sehen, sie stammt aus der Region, wohnt jedoch seit einiger Zeit im Slammekka St. Gallen. Wir freuen uns auf ein neues Gesicht und sind gespannt auf ihre Performance. Aus Eichstätt (Bayern) wird Pauline Fueg beim Slam zu Gast sein. Fueg war vor langer Zeit mit ihrem Bühnenpartner Toby Heyl in der Formation ?Grossraumdichten? bei ?laut&deutlich? dabei und besticht oft mit ernsten Texten und einer berührenden Vortragsweise. Die Bayerin hat damit schon etliche Slams gewonnen und ist ein weiterer Beweis, dass die Kunstform Poetry-Slam keineswegs nur lustig sein muss.


Der Anlass beginnt um 20.30 Uhr im Kulturzentrum Schützi und wird von art i.g. Verein zur Förderung von Kunst und Kultur organisiert. Durch den Abend führt das «laut&deutlich» Duo Fabienne Käppeli und Etrit Hasler. Als Begleitband wird ?Das Menschenkind? mit Hiphop-Beats die Slammer vor und während des Slams begleiten und umrahmen. Vorverkauf


Türöffnung: 19.45 Uhr / Showbeginn 20.30 Uhr

Kulturzentrum Schützi Olten

Eintritt: Fr. 15.-


Line-up:
Hazel Brugger (Dielsdorf), Simon Chen (Zürich), Manuel Diener (Zürich), Ivo Engeler (Frauenfeld), Michele Friedli (Bern), Pauline Fueg (Stuttgart), Kilian Ziegler (Trimbach), Simone Steiner (St. Gallen), Gregor Stäheli (Basel), etc.