Der Oltner «laut&deutlich» Poetry-Slam-Trilogie ist in die neue Saison gestartet

Letzten Freitag startete die 7. Slam Trilogie mit dem ersten Abend. Olten erlebte einen ruhigen, vielseitigen Dichterwettstreit mit vielen neuen Eindrücken. Das zahlreiche Publikum genoss die Präsentationen genussvoll und würdigte die Beiträge mit hohen Noten. Als Gewinner konnte der Lokalmatador Kilian Ziegler den Pokal und Whisky in die Höhe stemmen.

Wenn der Herbst ins Land zieht und der kalte Nebel Olten umhüllt, ist die Wartezeit auf den ersten Poetry Slam der Saison vorbei. Bereits zum siebten Mal startet die Trilogie, welche sich zu einem festen Wert im Kulturprogramm gemausert hat und Olten als Slammekka zwischen St. Gallen, Zürich, Basel und Bern positioniert. Der Abend wurde mit stimmungsvoller Musik in der schön gestalteten Halle eröffnet. Der junge Wuppertaler René Möllmer spielte sich als Singer-Songwriter in die Herzen der Besucherinnen. Etwas unsicher und scheu wirkte er zu Beginn und vergass sogar seinen eigenen Text. Seine Songs waren jedoch gefühlvoll, nachdenklich und erinnerten teilweise an den erst verstorbenen Hamburger Nils Koppruch. In einem späteren Teil zeigte Möllmer die Technik des Guitar-Tapping und da tauchte er in eine breite Welt der Harmonien ein ? seine scheue Art war zu diesem Zeitpunkt längst weggeblasen.

Als Moderatoren eröffneten Fabienne Käppeli und Diego Häberli den Abend. Häberli, welcher den kranken Etrit Hasler ersetzte, brach das Eis und präsentierte als ersten Text des Abends ein modernes Märchen. Sam Hofacher aus Bern musste dann als erster Dichter des Abends in den offiziellen Wettbewerb steigen. Als weibliche Vertreterin aus Bern kam mit Michele Friedli eine Mundart-Slammerin auf die Bühne. Sie präsentierte einen Auszug aus ihrer Serie ?Me hed jede Tag e Tobel z?guet? und performte sich damit in die Lachmuskeln des Publikums, welches ihr auch hohe Bewertungen schenkte. Die Churerin Anigna Hemmi, erstmals in Olten, las hochschwanger einen ruhigen Text ohne viel Performance und war damit ein Gegenpol zu Friedli. Gregor Stähli als Basel, ein kritischer Zeitgenosse, präsentierte im Gegenzug einen Hasstext über mühsame Menschen im öffentlichen Verkehr und konnte die Führung des Abends übernehmen, welche er bis zum Schluss auch halten konnte. Der Marburger Bo Wimmer erzählte die Fabel eines Hahns im Hühnerstall und packte viele Alltagsthemen in seine Erzählung ein. Nicht nur seine Geschichte, auch sein Auftritt und seine Vortragsform waren sehr erfrischend. Amina Abdulkadir wechselte wieder auf die ernste Seite und beschrieb gefühlvoll Beziehungsthemen.

Nach der Pause stieg Kilian Ziegler mit einer Geschichte über ?Eddie the Eagle? in den Wettbewerb. Sein Text über die Unfähigkeit, über den eigenen Schatten zu springen, gepaart mit seiner durchdachten Performance bescherten ihm 48 Punkte und trugen ihn auf den 2. Platz. Es ging mit ernsteren Themen weiter ? Manuel Diener aus Zürich widmete sich Amnesty International und Fragestellungen zum Thema Freiheit. Es folgte die u20 Meisterin aus Bayern Fatima Moumouni, welche in Zürich studiert. Die Tochter eines Ghanaers und einer deutschen Mutter setzte sie sich kritisch mit der Gesellschaft, mit Themen wie Identität und Nationalgefühl auseinander. Ebenfalls politisch äusserte sich Ädu Merz aus Burgdorf zum Thema Israel. Durch drei Slammer auf dem dritten Rang entschied sich die Moderation gegen einen fünfer Final und lies den Abend in einem Zweierfinal enden ? die drittrangierten gewannen jedoch Trilogiepunkte sowie einen Startplatz für Januar. Im anschliessenden Final ging Kilian Ziegler gegen Gregor Stäheli als Sieger in Führung der Trilogie. Ziegler präsentierte für einmal einen Mundarttext und erzählte von einem Jungen welcher als Astronaut oder U-Boot Kapitän seinen Traumwelten und seiner besten Freundin folgte.

Der Einstieg in die siebte Trilogie bescherte dem Oltner Verein art i.g. eine gut angefüllte Schützi, der ganz grosse Publikumsandrang blieb aber zum Saisonstart aus. Es ist den Veranstaltern jedoch gelungen, einen stimmungsvollen und vielseitigen Abend mit konzentriertem und begeistertem Publikum zu schaffen. Bei der Auswahl der Slammer zeigte art i.g. eine glückliche Hand, und bewies, dass Poetry Slam nicht in die Comedy-Ecke abdriften soll und nur Texte mit vielen Lachern den Einzug ins Finale finden. Olten bewies, dass diese Kunstform auch kritisch, politisch, nachdenklich und gefühlvoll genutzt werden kann. Man kann bereits gespannt sein, wie sich der Wettbewerb am 18. Januar 2013 entwickelt ? durch die fünf Finalisten ist bereits ein guter Teil des Teilnehmerfeldes gesichert.   
  Impressionen

Ankündigung

Start in die neue Slam Saison am 9. November

Bereits liegen sechs erfolgreiche Trilogien mit stolzen Trilogiesiegern sowie insgesamt über vierzig Poetry Slams der art i.g. hinter uns. Für die neue Trilogie haben wir uns wiederum ein genussvolles Dichterprogramm ausgedacht.
Das Bewährte des Oltner Slams bleibt garantiert. Rund zehn Dichterinnen und Dichter buhlen um die Gunst des Publikums, der Flasche Whisky und des "laut&deutlich" Pokals. Als Moderatoren dürfen wir wieder das Duo Fabienne Käppeli und Etrit Hasler begrüssen sowie eine Begleitband führt durch den Abend.

Am 9. November startet die 7. Slam Trilogie mit dem ersten Slam. Nach der Sommerpause gehen die beliebten Dichterwettstreite im Kulturzentrum Schützi endlich wieder los. Olten erlebt wiederum ein sensationelles Programm mit Dichtern des gesprochenen Wortes.

Wer wird den ersten Abendsieg nach Hause tragen und sich Punkte holen für den Trilogiesieg? Wer wird neuer Trilogiesieger und steigt zu den bisherigen Siegern auf?  
Durch den Abend führt das «laut&deutlich» Duo Fabienne Käppeli und Etrit Hasler. Als Begleitband wird René Möllmer aus Wuppertal mit seinem speziellen ?Lap Tapping? Gitarrenspiel die Slammer vor und während des Slams begleiten und umrahmen.

Doch im Mittelpunkt stehen wiederum die Dichterinnen und Dichter. Sie treten auf die Bühne, performen ihre Texte und das Publikum ist die Jury. Noch starten alle mit einem neutralen Konto, aber die Teilnehmenden sammeln Punkte für den Gesamtsieg der ?laut&deutlich? Slam Trilogie. Am Abschlussslam im März wird klar sein, wer in die ?Hall of fame? der Oltner Trilogiesiegern mit bekannten Namen wie Renato Kaiser, Laurin Buser, Simon Chen oder Kilian Ziegler aufsteigen und somit Nachfolger der letztjährigen Siegerin Hazel Brugger wird. Wir freuen uns, viele, der eher seltenen, weiblichen Slammer sowie einige neue Gesichter präsentieren zu können. Olten wird eine breite Vielfalt der Slamkunst erleben. Das Programm bietet eine breite Palette vom Berner Mundartslammer über kritische und gefühlvolle Texte bis hin zu den intensiven Performancekünstlern ? es hat für jeden Geschmack etwas dabei. Mit Amina Abdulkadir ist eine Poetin der leisen Art auf der Bühne und die Münchnerin und u20 Bayernmeisterin Fatima Moumouni wird als zweite poetische Slammerin das Publikum überzeugen. Ein Gegenpol bildet die Bernerin Michele Friedli. Friedli performt in breitem Bernerdialekt und erzählt Geschichten aus dem Alltagsleben und wählt dazu oft eine rauhere Sprache. Ebenfalls oft als Mundartdichter wird Ädu Merz aus Burgdorf seine Texte performen und als weitere Berner werden der bekannte Sam Hofacher, mit seinen pointierten und teilweise schwarzen Texten sowie erstmals Manuel Diener, welcher als Bühnenpartner von Valerio Moser den zweiten Platz am Teamwettbewerb der Schweizermeisterschaften belegt hat, in Olten dabei sein. Mit Gregor Stäheli haben wir ein bekanntes Gesicht nach einiger Zeit wieder dabei und wir freuen uns auf seine Performance und seine Texte, welche er als kritischer Alltagsbeobachter verfasst. Anigna Hemmi aus Chur wird ebenfalls erstmals bei ?laut&deutlich? dabei sein - im Gegensatz zum Lokalmatadoren und Wortspiel-Künstler Kilian Ziegler. Speziell freuen wir uns auf Bo Wimmer aus Marburg, welcher mit seinem Bühnenpartner schon einmal bei ?Wortklang? in Olten war. Der Anlass beginnt um 20.30 Uhr im Kulturzentrum Schützi und wird von art i.g. Verein zur Förderung von Kunst und Kultur organisiert. Der Verein hat in diesem Sommer vorwiegend mit der Openairausstellung dehors2012 die Region kulturell beglückt und engagiert sich nebst der bildenden Kunst stark für die Slam- und Literaturförderung. Vorverkauf und mehr Infos unter www.artig.ch.

Türöffnung: 19.45 Uhr / Showbeginn 20.30 Uhr

Kulturzentrum Schützi Olten
Eintritt: Fr. 15.-


Line-up:
Amina Abdulkadir (Zürich), Manuel Diener (Zürich), Michele Friedli (Bern), Sam Hofacher (Bern), Ädu Merz (Burgdorf), Gregor Stäheli (Zürich/Basel), Fatima Moumouni (Zürich/München), Anigna Hemmi (Chur), Bo Wimmer (Marburg/D), Kilian Ziegler (Olten)