Erster "laut&deutlich" Slam im neuen Jahr - 13. Jan. 2012

Im letzten November hat die sechste Poetry Slam Trilogie ?laut&deutlich? in der Schützi begonnen und an diesem Abend konnten vorwiegend die jungen Dichterinnen und Dichter Punkte mit nach Hause tragen. Am 13. Januar erwartet Olten wiederum ein sensationelles Teilnehmerfeld von Slam Poeten aus Deutschland und der Schweiz. Besonders freuen wir uns auf den deutschsprachigen Nationalsieger 2010 Patrick Salmen. Der Abend wird eröffnet und begleitet von der Beatbox Gruppe ?PAMPS? welche sich mit zwei Soundtüftlern ergänzt haben und als "PAMPS & Culturetronic" das Publikum anheizen und die Slammer mit Jingles umrahmen. Das Moderatorenduo Fabienne Käppeli und Etrit Hasler führt wie gewohnt durch den Abend und sorgt für einen reibungslosen Ablauf. Aufgrund der vier Finalisten des ersten Slams erwartet Olten ein breites Lineup Nach einiger Zeit ist der erste Trilogiesieger Renato Kaiser aus Goldach wieder in der Schützi. Er ist in Olten bekannt und beliebt und hat schon unzählige Texte seines Repertoires in der Schützi performt. Auch dieses Mal dürfen wir uns wieder auf ein spannendes Werk freuen. An diesem Slam bekommt Olten doppelten Besuch aus Deutschland. Nach seinem Auftritt bei Wortklang in der Variobar ist Patrick Salmen in Olten nicht mehr ganz unbekannt ? in der Slamszene gehört er aktuell zu den bekanntesten und erfolgreichsten Dichtern. Mit seinem bitterbösen Humor gewann er den National 2010 im Ruhrpott und war auch 2011 im grossen Finale der deutschsprachigen Meisterschaften. Ebenso erfolgreich, aber eher ein Poet der leiseren und feineren Töne ist Pierre Jarawan aus Stuttgart. Er berührt das Publikum mit seiner Poesie, seiner lyrischen Leichtigkeit aber auch seiner kritischen Betrachtung des Lebens. Hazel Brugger, letztmalige Finalistin, kann als schweizerische und weibliche Antwort auf Patrick Salmen verstanden werden. Die junge Zürcherin kann mit einem Lächeln im Gesicht ihre bitterbösen Lebensbetrachtungen performen und sie zählt damit sicher zu einer der neuen Slamhoffnungen der Schweiz. Als weitere Finalisten sind die Lokalmatadorin und amtierende u20 CH-Meisterin Lisa Christ und der junge Thuner Remo Rickenbacher erneut im Start und auf der Jagd um den Trilogiesieg. Da der letztmalige Sieger, Fabian Navarro aus Warstein im Januar nicht antreten kann, sind die Karten für neue Trilogieanwärter sehr gut. Mit Simon Keller aus Solothurn und Rahel Sutter aus Basel sind zwei weitere Nachwuchs-Slammer am Start, welche in Olten noch wenig Geschichte geschrieben haben. Patrick Armbruster gilt auch als Poet des schwarzen Humors und war in den ersten Slam-Trilogien oft in Olten. Nun ist er endlich wieder einmal bei uns zu Gast. In ähnlicher Direktheit ist die Winterthurerin Martina Hügi zu erwarten ? ihr Stil liegt irgendwo zwischen Armbruster und Lara Stoll und sie stieg in den letzten Monaten aus der Unbekanntheit zu den Siegern auf, zuletzt gewann sie den XMAS Slam in Zofingen.Der junge Burgdorfer Remo Zumstein war schon oft in Olten und kommt nach einer Bühnenauszeit wieder mit seinen berndeutschen Kurztexten und witzigen Wortspielen in die Schützi. Eine weitaus höhere Textkadenz performt der Schaffhauser und in Bern wohnhafte Diego Häberli. Häberli liebt irrwitzige und schockierende Betrachtungen auf das Leben und lebt auch mal seine ernste Seite in den Texten aus.Das Oltner Publikum kann sich auf einen vielfältigen und dichtbefrachteten Abend freuen. Die Dichterinnen und Dichter zeigen die grosse Bandbreite, was auf Slambühnen alles performt werden kann und messen sich wiederum um die Gunst des Publikums. Im März wird dann der beste Slammer der diesjährigen Saison gekürt. Schafft es Olten, dass zum ersten Mal eine Frau den Trilogiesieg holt und in die ?Hall of Fame? des Oltner Slam Olymps aufsteigt?


Kulturzentrum Schützi Olten.

Der Slam beginnt um 21h ? Türöffnung ist um 20h.




Lineup des Abends:

Patrick Armbruster (Winterthur)
Hazel Brugger (Zürich)
Lisa Christ (Trimbach)
Diego Häberli (Bern)
Martina Hügi (Winterthur)
Renato Kaiser (Fribourg)
Simon Keller (Solothurn)
Pierre Jarawan (Stuttgart)
Remo Rickenbacher (Thun)
Patrick Salmen (Köln)
Rahel Sutter (Basel)
Remo Zumstein (Burgdorf)

Die junge Hazel Brugger führt die Poetry Slam Trilogie an

 

Mit Hazel Brugger aus Zürich gewann den ?laut&deutlich? Poetry Slam am vergangenen Freitag im Kulturzentrum Schützi erst zum zweiten Mal eine Dichterin und erst noch eine Teilnehmerin aus dem u20 Slam Bereich. Was sich bereits im letzten November beim Start der sechsten Poetry Slam Trilogie zeigte, hat sich bestätigt: der Schweizer Nachwuchs gewinnt an Potential.  Ein breites und hochstehendes Teilnehmerfeld  unterhielt das Publikum in der gefüllten Oltner Schützi.
Die Kombination der regionalen Beatbox Gruppe ?PAMPS? welche sich mit den zwei Soundtüftlern ?Culturetronic? ergänzt haben, begeisterte das Publikum bereits von Beginn weg.  Nach der Eröffnung durch das Moderatorenduo Fabienne Käppeli und Etrit Hasler beformte Etrit Hasler einen Opener-Text zum Einstieg in den Abend. Für einmal war Hasler weder politisch noch lustig ? er las eine Hommage an den kürzlich verstorbenen Slammer Walter Bühler im Namen einiger Vertreter der Slamszene Schweiz und bewies, wie stark der Zusammenhalt in der Szene ist. Obwohl Bühler nie ein erfolgreicher und ein eher unbequemer Dichter war, gehörte er zur ?Slam-Familie? und Hasler berührte mit seinen Worten das Publikum wie auch die anwesenden Slammer.
Den unbeliebten ersten Startplatz musste danach die Lokalmatadorin Lisa Christ übernehmen. Sie wirkte an diesem Abend etwas weniger dynamisch und konnte mit ihren Ansichten zur digitalen Welt nicht vollumfänglich überzeugen. Danach folgte mit Hazel Brugger die zweite Dame und nebst Christ die zweite Finalistin des November-Slams. Ihr Text weckte und begeisterte das Publikum, obwohl ihre Geschichte von einem leprakranken Liebhaber sehr morbid und schwarz war. Entsprechend dem Applaus erhielt sie auch eine hohe Benotung.  Das Teilnehmerfeld des Abends war hochkarätig. Die beiden deutschen Slammer, Pierre Jarawan und Patrick Salmen, welche beide zu den führenden Slamgrössen zählen, wurden ebenso vor der Pause ausgelost. Jarawan als grandioser Erzähler und ein Vertreter der leisen Töne und farbenfrohen Gedankenbilder schaffte den Einzug ins Finale nicht. Salmen, eher auch zu den ?bösen? Dichtern zählend, konnte das Publikum mit seinem schwarzen Humor ähnlich packen wie Brugger und schaffte den Finaleinzug. Die vielseitigen Beiträge begeisterten die Schützi und selbst bekannte Namen wie Renato Kaiser oder Patrick Armbruster wurden von neuen Slammern wie Martina Hügi aus Winterthur oder Remo Zumstein, welcher nach zwei Jahren wieder einmal in der Schützi war, gefordert. Mit seinen Betrachtungen zum Thema Wahnsinn schaffte Diego Häberli aus Bern noch als dritter Slammer den Finaleinzug. Als Novum des Abends beformten ?PAMPS & Culturetronics? nicht nur Songs als Musik zwischen den Slambeiträgen sondern entwickelten eine theatralische Geschichte. Trotz kreativer Gestaltung war es eine Gratwanderung nach den Textbeiträgen erneut in die Fortsetzungsgeschichte einzutauchen und beide Welten zu verfolgen. Vielleicht hätte sich das Publikum und die Slammer noch mehr von ihren Beatbox-Beiträgen kombiniert mit Didgeridoo und Liveelectronics gewünscht, bei welchen sie sich herausragender profiliert haben.
Im Finale blieb Hazel Brugger bei ihrer Rolle der dunklen Dichterin und vermochte erneut das Publikum zu gewinnen, obwohl einige Lacher fast im Hals stecken geblieben sind. Salmen erzählte aus dem Leben eines befreundeten Paares und blieb ebenfalls in der lebenskritischen Welt. Als Punkteführer aus der Vorrunde stand als letzter Dichter Diego Häberli auf der Bühne. Sein englischer Text war ein mutiger oder fast fraglicher Beitrag. Ob es an fehlenden Alternativen fehlte oder ob er erwartet hatte, dass er das Publikum trotz fortgeschrittener Zeit und nach bereits fünfzehn Textbeiträgen, mit englischer Sprache seinem hohem Sprechtempo gewinnen kann, blieb offen. In der Applausabstimmung machten somit Salmen und Brugger das Rennen unter sich aus und Brugger konnte als erste u20 Frau den ?laut&deutlich? Pokal und die Flasche Whisky in die Höhe stemmen. Sie führt mit sechs Punkten die Trilogie vor Fabian Navarro und Patrick Salmen an. Am 9. März wird es sich somit zeigen, ob als Novum erstmals eine weibliche und gleichzeitig u20 Nachwuchs Slammerin den Trilogiesieg schafft.