Slamstart in 6. Saison am 25. Nov. 2011

Bereits liegen fünf erfolgreiche Trilogien mit stolzen Trilogiesiegern sowie insgesamt über vierzig Poetry Slams der art i.g. hinter uns. Für die neue Trilogie haben wir uns wiederum ein genussvolles Dichterprogramm ausgedacht. Wird zum ersten Mal eine Frau den Trilogiesieg schaffen? Wer steigt auf in die Hall of fame des Oltner Slams?


Das Bewährte des Oltner Slams bleibt garantiert. Rund zehn Dichterinnen und Dichter buhlen um die Gunst des Publikums, der Flasche Whisky und des "laut&deutlich" Pokals. Nach der Mutterschaftspause ist das Moderatorenduo Fabienne Käppeli und Etrit Hasler wieder gemeinsam auf der Bühne der Schützi sowie eine Begleitband führt durch den Abend.
Zum Start werden "The Backyards" aus der Region Olten mit blues'n'roll das Publikum aufwärmen und mit Jingles während dem Slam die Slammer unterstützen.

Natürlich erwartet Olten ein super Lineup mit Slammern sowie viele neue Gesichter.
Der Schweizermeister 2011 und Gewinner des Salzburger Stiers Gabriel Vetter beehrt Olten seit langer Zeit wieder einmal. Ebenfalls Schweizermeisterin, im u20 Slam, ist unsere Lokalmatadorin Lisa Christ aus Trimbach wieder einmal am Start. Auch aus dem u20 Slam, ziemlich neu auf den Slambühnen und bereits mit einigen Siegen im Rucksack wird die Zürcherin Hazel Brugger erstmals in Olten zu sehen sein. Lange nicht mehr an unserem Slam war das Slam-Urgestein Mathi Frei aus Frauenfeld mit seinen legendären Texten. Rosie Hörler aus Appenzell war im September 2009 letztmals in Olten und neu wieder auf Slambühnen anzutreffen. Ebenfalls nach langer Slam- und Olten-Abstinenz ist Daniela Dill aus Basel endlich wieder in Olten zu sehen. Bei ihrem letzten Auftritt in Olten ging sie als Siegerin von der Bühne.
Eine weitere, der sonst raren Damen im Slam und erneut aus Basel, ist Lea Dettli. Lea gewann den XMAS Slam 2010 in Zofingen und fasziniert oft mit ruhigeren und ernsten Geschichten. Der grosse Mann mit dem bitterbösen Humor aus Bern ist Sam Hofacher - er ist in Olten ein bekanntes Gesicht und konnte schon oft im Finale mitmischen - doch es reichte noch nie zum Sieg, vielleicht in dieser Saison?
Phibi Reichling ist in Olten kein unbekannter Slammer. Er war schon oft da und entführte das Publikum in die Gedankenwelt seiner Geschichten und auf Reisen mit Pinguinen. Er zählt zu den Finalisten der Schweizermeisterschaft und ist sicher heiss auf einen Sieg in Olten. Bereits einen Oltner Pokal steht in der Wohnung des Thuners Remo Rickenbacher, er ist auch seit einiger Zeit wieder bei uns zu sehen und wird sicher das Publikum wieder mit seinen Geschichten in seinen Bann ziehen.
Erneut dürfen wir einen deutschen Vertreter in Olten begrüssen. Der junge Warsteiner Lyriker Fabian Navarro wird Olten im Rahmen einer kleinen Slamtour zum ersten Mal besuchen und freut sich auf die Auftritte in der Schweiz.

Hazel Brugger (Zürich)
Lea Dettli (Basel)
Daniela Dill (Basel)
Mathi Frei (Frauenfeld)
Sam Hofacher (Bern)
Rosie Hörler (Appenzell)
Fabian Navarro (Warstein)
Phibi Reichling (Stäfa)
Remo Rickenbacher (Thun)
Gabriel Vetter (Basel, Schaffhausen, Florenz)
Lisa Christ (Trimbach)

 

25. Nov. 2011
Türöffnung 20h / Showbeginn 21h
Tickets Fr. 15

Tickets

 

Rückblick

Die jungen Dichter machten beim Trilogiestart vom 25. Nov. das Rennen

 

Ein vielfältiges Feuerwerk der Worte bot sich den Zuschauern des «laut&deutlich»-Poetry Slams vergangenen Freitag im Kulturzentrum Schützi. 11 Dichterinnen und Dichter buhlten mit witzigen, nachdenklichen, tiefgründigen oder selbstoffenbarenden Texten um die Gunst des Publikums. Die vier Finalisten gehörten allesamt zum neuen Slamnachwuchs und bewiesen, dass der Slam auch künftige grosse Namen auf die Bühne bringt.   Es war der erste Poetry Slam der sechsten «laut&deutlich»-Trilogie der art i.g., Plattform für Kunst und Kultur Olten, der in der Schützi über die Bühne ging. Die angetretenen Slammer und Slammerinnen kämpften nicht nur um den Sieg dieses Abends, sondern sie konnten auch Punkte holen für den Gesamtsieg dieser Trilogie. Moderiert wurde der Abend vom bewährten Duo Etrit Hasler & Fabienne Käppeli. Die Blues n? Rock-Begleitband «The Backyards» aus der Region sorgte für mit einem bluesigen Boden und rockigen Gitarrenriffs als Kontrast und passendes Rahmenprogramm.
Doch im Mittelpunkt standen die elf Wortakrobaten und Dichterinnen, welche mit ihren Texten um die Gunst der rund 300 Zuschauerinnen und Zuschauer buhlten. Mit ihren langen und kurzen, ironischen, tiefsinnigen oder komischen Beiträgen brachten sie das Publikum zum Lachen, Nachdenken, Schmunzeln, Stirnrunzeln, zum Johlen oder Buhrufen. Der Abend lebte von der Vielfalt und erstaunlich vielen Damen auf der Bühne und bewies, wie breit die Möglichkeiten des Slams sind. Es wurden klassische Slamtexte, Kolumnen, Kurzlyrik und vieles mehr in Hochdeutsch aber auch Mundart geboten.
Gabriel Vetter erlebte Pech bei der Auslosung ? bei seinen letzten drei Auftritten in Olten musste er den Abend eröffnen, so auch an diesem Abend. Er begrüsste das Publikum, speziell die anwesenden Klassen von zwei Kantonsschulen mit einem Text zu Max Frisch. Max hätte als Max Fresh lieber Gemüsehändler werden sollen und gehöre nicht wie der liebe Fritz (Dürrenmatt) zur Literaturelite der Schweiz. Sein Text, welche an die kritische Hinterfragung der Schweiz von Frisch anknüpfte, bewies seine breiten Fähigkeiten aus Ironie und Zeitkritik. Die junge Lea Dettli aus Basel bot im Anschluss mit ihrer Betrachtung zu ?wenn Freunde Fremde werden? einen nachdenklichen, persönlichen Text. Das Slamurgestein Matthi Frei, las seine Kolumne zum Durchgangsheim Matzingen sowie eine kritische Betrachtung der Politik und blieb mit seinem Text in der ernsten Tiefe. Der junge Hamburger Fabian Navarro eröffnete mit einem griechischen Vierzeiler-Gedicht und schloss mit einem Text über seine Heimat Warstein und dem Leben zwischen Kuhmist, Schützenfest und Brauchtum an. Er holte eine Rekord-Bewertung von sechsmal 10 Punkten und die Stimmung war ein erstes Mal auf dem Höhepunkt. Hazel Brugger aus Zürich wurde als böse Dichterin anmoderiert. Sie bestätigte dieses Stigma und performte einen Text, wie sie ein Abschiedsgeschenk für eine sterbewillige Freundin ihrer Mutter auswählt und ihr noch etwas Lebensbejahendes mit auf den Weg geben möchte. Der schwarze Humor und die Performance brachten Brugger ebenfalls eine hohe Benotung ein. Als nächste Dichterin folgte Rosie Hörler aus Appenzell welche mit ihrem Mundarttext zum 7 Milliardsten Erdbewohner, logischerweise aus dem Appenzell, die Jury nicht überzeugen konnte. Wie es ist eine Frau zu sein ? diese Einblicke bot die u20 Schweizermeisterin und Lokalmatadorin Lisa Christ. Sie traf damit die Gunst, des jungen Publikums und holte sich mit 37 Punkten die Chancen für den Finaleinzug. Remo Rickenbacher aus Thun entführte das Publikum in Bilderwelten, welche man sich nicht oft wünscht. Sein Text zu Körperausscheidungen lebte vorwiegend von seiner Performance und dem ungewohnten Thema. Phibi Reichling beschäftigte sich mit seiner psychologischen Verdummung. Ob die knappe Bewertung am Text lag oder seiner immensen Sprachgeschwindigkeit und er das Publikum schlicht überforderte, blieb offen. Der Text über ?ein Lehrer, ein Ekel ? wie er im Buche steht? vom Berner Sam Hofacher freute die anwesenden Schüler sichtlich wie auch den Rest des Publikums. Dennoch musste sich Hofacher mit dem fünften Platz begnügen. Zum Abschluss entführte Daniela Dill aus Basel in die Welt der Backpacker, konnte aber in der Platzierung keine Veränderung mehr erzielen. So stiegen in einem Viererfinale Fabian Navarro, Hazel Brugger, Lisa Christ und Remo Rickenbacher erneut auf die Bühne und buhlten erneut um die Gunst des Publikums.
Fabian Navarro holte den Sieg und somit die bewährte Flasche Whisky und den Pokal nach Deutschland. Somit ist die Ausganglage für den Gesamtsieg der sechsten Trilogie gesetzt. Am kommenden Slam vom 13. Januar werden aber nebst den Finalisten einige der besten Slammer des deutschsprachigen Raums das Rennen sicher auch noch mitprägen, bevor im März die sechste Trilogie beendet wird.