Ankündigung

 ?laut&deutlich? zum ersten Mal mit dem Slam-Team Grossraumdichten


Am 15. Januar 2010 geht der  zweite Slam der 4. ?laut&deutlich? Trilogie der art i.g. im Kulturzentrum Schützi über die Bühne. Wiederum treten rund 10 Dichterinnen und Dichter auf die Bühne und buhlen um die Kunst des Publikums. Erstmals ist in Olten mit ?Grossraumdichten? ein Slam Team am Start.  

Die Fäden des Abends haben wiederum das ?laut&deutlich? Duo Fabienne Käppeli und Etrit Hasler in der Hand. Sie werden unterstützt durch die Einmann-Begleitband ?Los Bandidos Minirock? aus Zürich. Los Bandidos bezeichnet sich als Züri-Punk und besticht durch witzige Songs mit Gitarre, Loops, Rassel und Mundharmonika. Dies wird sicher eine weitere Entdeckung auf der Bühne der Schützi. Bei ?laut&deutlich? geht?s jedoch vor allem um die Dichter auf der Bühne. Wer wird den Sieg nach Hause tragen und sich Punkte holen für den Trilogiesieg? Wer wird neuer Trilogiesieger und wird zu den bisherigen Siegern Renato Kaiser, Simon Chen und Kilian Ziegler aufsteigen? Momentan führt Remo Zumstein die Trilogie vor Diego Häberli und Kilian Ziegler an. Um den Sieg des Abends und vor allem die Gunst des Publikums kämpfen auf der Bühne: Tilmann Birr aus Berlin, ein Dichter der bereits mit einem eigenen abendfüllenden Programm unterwegs ist. In Olten steht er zum ersten Mal als Slammer auf der Bühne. Laurin Buser war in Olten schon zu sehen. Am letzten Nationalslam in Düsseldorf erzielte er den zweiten Rang im u20 Einzelwettbewerb, am letzten OX.Zofingen Slam holte er den Sieg nach Hause und nun sind wir gespannt wie er in Olten abschneidet. Mit Valerio Moser aus Langenthal und Gabriela Diriwächter aus Aarburg sind zwei junge Slammer aus der Region auf der Bühne, beide sind sehr aktiv und wir sind froh, weitere neue lokale Slammer mit viel Potential im Programm zu haben. Der grösste Slammer ist Sam Hofacher aus Bern ? seine Grösse bezieht sich nicht nur auf seine Körpermasse, seine Texte sind ebenso grossartig, witzig, meist mit Biss und führten schon oft ins Finale oder zu Siegen. Simon Chen in Olten vorzustellen ist fast unnötig. Er siegte die zweite Trilogie, ist berühmt für seinen Solothurn Text vom Sächsilüüte Slam oder der Zeitschrift Kolt und durfte nebst der Slambühne auch schon anlässlich der Banausiade in der Schützi auftreten. Die drei letzten Finalisten sind schnell vorgestellt. Remo Zumstein aus Burgdorf verliess die letzten zwei Slam-Auftritte in Olten mit dem Siegerwhisky, beim Turmslam oder dem Startabend der Trilogie. Er ist bekannt für sein Minimaltexte und seine witzigen Märchen ? wir sind gespannt mit welchen neuen Texten er diesmal Olten beglücken wird. Unser Lokalmatador Kilian Ziegler aus Trimbach wird ebenfalls gefordert sein. Wie wird er seinen letzten Text ?Melanchonie? welcher ihm die Finalteilnahme ermöglicht hat, toppen? Marcel Baumgartner war in Olten schon lange nicht mehr zu sehen, der Rheintaler wird sicherlich wieder mit seinen Texten und Wortspielen wie auch seiner sympathischen Art begeistern. Noch nicht lange auf der Slambühne aber schon einige Erfolge konnte Michèle Friedli aus Bern feiern. Nebst dem Sieg am Kommaslam kann sie noch weitere Finalteilnahmen aufweisen. Wie bereits erwähnt, wird ein Slam-Team auf der Bühne stehen. Diese ?Königsdisziplin? im Slam zeigt das Duo Grossraumdichten aus Stuttgart, welches aus Tobias Heyel und Pauline Füeg besteht. Die zwei bekannten Slammer, die seit vielen Jahren ihre Wurzeln im Bereich des ?Spoken Word? und der Performance-Poesie haben, sind seit 2005 als Team unterwegs und werden teilweise noch musikalisch begleitet. Ihren Teamtexte sind poetische Perlen, die alltägliches und allzu menschliches ins lyrische Gewand kleiden. Ihre Vorträge vermittelt dem Zuschauer ein wohlig-schmunzliges bis wohlig-ernstes Gefühl, stets aber gelingt es den beiden Künstlern, das Publikum zu ergreifen und die angesprochenen Themen sowie den klang ihrer Sprache und stimmen noch lange nachhallen lassen.


Lineup:


Tilman Birr, Berlin / Laurin Buser, Basel /  Simon Chen, Zürich / Gabriela Diriwächter, Aarburg / Michèle Friedli, Bern / Marcel Baumgartner, Wil / Grossraumdichten ? Tobi Heyel und Pauline Füeg , Stuttgart / Sam Hofacher, Bern / Valerio Moser, Langenthal / Kilian Ziegler, Trimbach / Remo Zumstein, Burgdorf

Rückblick

Ein Feuerwerk der Worte bot sich den Zuschauern des «laut&deutlich»-Poetry Slams vergangenen Freitag im Kulturzentrum Schützi. 12 Dichterinnen und Dichter, darunter zum ersten Mal in Olten ein Slam-Team, buhlten mit witzigen, nachdenklichen, tiefgründigen oder selbstoffenbarenden Texten um die Gunst des Publikums.

Es war der zweite Poetry Slam der vierten «laut&deutlich»-Trilogie der art i.g., Plattform für Kunst und Kultur Olten, der in der Schützi über die Bühne ging. Die angetretenen Slammer und Slammerinnen kämpften nicht nur um den Sieg dieses Abends, sondern sie konnten auch Punkte holen für den Gesamtsieg dieser Trilogie. Moderiert wurde der Abend vom bewährten Duo Etrit Hasler & Fabienne Käppeli. Die Einmann-Begleitband «Los Bandidos Minirock» aus Zürich bestach durch witzige Songs mit Gitarre, Loops, Rassel und Mundharmonika und sorgte für das passende Rahmenprogramm.

Doch im Mittelpunkt standen die zwölf Wortakrobaten und Dichterinnen, welche mit ihren Texten um die Gunst der rund 300 Zuschauerinnen und Zuschauer buhlten. Mit ihren langen und kurzen, ironischen, tiefsinnigen oder komischen Beiträgen brachten sie das Publikum zum Lachen, Nachdenken, Schmunzeln, Stirnrunzeln, zum Johlen oder Buhrufen. Eine Jury aus dem Publikum bewertete jeden Auftritt mit Noten zwischen 1 und 10.

Remo Zumstein aus Burgdorf, der Sieger des letzten «laut&deutlich»-Slams im November, trat als erster auf die Bühne und betrachtete das Leben aus Sicht der Tiere ?Igu Tiere si Fründe?. Michèle Friedli aus Bern berichtete von der «Problemzone Leben» und dem Frust des dreissigsten Geburtstages. Um die Liebe ging es bei Marcel Baumgartner aus Wil und der Lokalmatador Kilian Ziegler aus Trimbach, der aus der letzten Trilogie 2008/2009 als Sieger hervorgegangen ist, versuchte seinen Titel mit einem Text über den Mikrokosmos Bar zu verteidigen. «Sogar die Kante muss man sich selber geben», stellte er fest und fragte sich, ob eigentlich schon mal jemand den Mac-Gründer veräppelt habe.

Eine Rekord-Bewertung von sechsmal 10 Punkten holte Laurin Buser mit seinem Text über einen «bad day». Seine schnellen Texte entführte in Internetwelten und endete mit einem Kompliment einer Zugspassagierin ?So freundlich hat noch nie jemand reagiert ? als ich ihn bat, die Musik leiser zu stellen?. Auch das Publikum meinte es freundlich mit ihm - der Einzug ins Final war ihm sicher. Valerio Moser aus Langenthal: berichtete aus den Augen eines ?Hobbyschlägers? mit der Aussage ?es ist doch nur Spass ? bitte lach mit?. Aus Berlin angereist war Tilman Birr, der davon erzählte, dass er mit seiner Liebsten Kaffee trinken und in weiche Kissen sinken möchte. Das Slam-Team «Grossraumdichten» aus Stuttgart, bestehend aus Tobias Heyel und Pauline Füeg, suchte nach einer Möglichkeit gegen die Gleichgültigkeit. «Wir hätten, wir wären, wir möchten doch», das liegt schwer auf den Schultern ? «wir wollen etwas, das bleibt».

Der Berner Sam Hofacher erzählte, wie er vom Altruisten, der die Hälfte seines Lohnes gemeinnützigen Organisationen spendete und jedem Fussgänger selbstlos den Vortritt liess, dank einer Selbsthilfegruppe wieder zu einem ganz normalen Menschen wurde. Simon Chen aus Zürich überzeugte mit einem bissig-ironischen Text über politische Korrektheit. Bei seiner Erörterung der Frage «Was darf man sagen, was nicht?» zeigte er Klischees und Vorurteile auf und konstatierte: «Solange ihr lacht, bin ich politisch korrekt». Um Rückweisungen und Enttäuschungen ging es bei Gabriela Diriwächter aus Aarburg. Sie schloss, dass es vermutlich besser wäre, wenn man nicht immer die Wahrheit sagen würde. «Ich werde in Zukunft nur noch lügen. Vielen Dank, ihr ward ein super Publikum?»

Im Finale standen schliesslich Laurin Buser, Tilman Birr und Simon Chen. Letzterer machte sich das Januarloch zum Thema. Man solle darüber nicht verzagen, denn ein Blick in den Duden zeigt, dass «Loch» auch für «Öffnung» steht und nach Füllung ruft: «Halten wir es wie mit der Weihnachtsgans und stopfen es!». Tilman Birr überliess die Wahl des Textes dem Publikum, welches einen Hasstext wünschte. Zielscheibe dieses Textes war der deutsche Komiker Mario Barth und seine Fans ?die Fans sind schlimmer als Terroristen ? sie könnten überall lauern?. Laurin Buser überzeugte das Publikum mit einem Text über den eigenen Rhythmus, die Welt, die im Schnelllauf ? Leerlauf ? an einem vorbeisaust, während man selber wie ein Pingpongball durchs Leben rast, beamt, zappt und am Leben vorbeirauscht. Der Basler heimste den grössten Applaus ein, was ihn zum Gewinner dieses Poetry Slams machte. Als Sieg winkten ihm die bewährte Flasche Whisky. Damit bleibt die Ausganglage über den Gesamtsieg der vierten Trilogie weiterhin spannend Laurin Buser und Remo Zumstein führen die Trilogie an, gefolgt von drei Slammern auf dem zweiten Rang. Der Slam vom 12. März wird somit die Entscheidung werden.

Photoeindrücke des Abends hier