Ankündigung Slam vom 9. Jan. 09

Am 9. Januar geht der 2. "laut&deutlich" Slam der Trilogie über die Bühne. Ein sensationelles Lineup verspricht einen Slam Abend der Höchstklasse.
Auf der Bühne der Sieger der ersten Trilogie Renato Kaiser aus Goldach. Ebenso sind alle Finalisten des letzten Slams Phibi Reichling (Stäfa), Raphael Studer (Olten) und der Sieger Kilian Ziegler aus Trimbach dabei. Als Vertreter der Ostschweiz treten Ivo Engeler, Mathi Frei (beide Frauenfeld) sowie Philip Vhalos (Trasadingen SH) an. Aus Basel ist Nico Herzig und der amtierende u20 Schweizermeister (und Sieger des XMAS Slams) Laurin Buser dabei. Der Berner Christoph Simon tritt ebenfalls zum ersten Mal in Olten an und ebenfalls zum ersten Mal in Olten ist Rea Regli aus Zürich. Aus Deutschland ergänzen Grohacke aus Heidelberg und Gauner aus Berlin das Teilnehmerfeld.
Begleitet von der beliebten Band ?SLAM and Howie? www.grandslam.ch und moderiert vom ?laut&deutlich?-Duo Etrit Hasler & Fabienne Käppeli.

Da der Abend eine volle Schützi verspricht, ist der Vorverkauf über tickets@artig.ch empfehlenswert.

Rückblick Slam am 9. Januar / 2. Slam der 3. Trilogie

Ob philosophische Betrachtungen des Alltaglebens, politische Ansprachen, Oden an Eiskunstläuferinnen, Erzählungen über seltsame nächtliche Begegnungen oder Gedichte mit Gangsta-Rap-Einlage und Beatbox-Untermalung ? der «laut&deutlich» Poetry Slam vom Freitag, 9. Januar, bot vielfältige Unterhaltung. Die Oltner Schützi war restlos ausverkauft, als vergangenen Freitag der zweite Poetry Slam der dritten «laut&deutlich»-Trilogie über die Bühne ging. Organisiert wurde der Event von art.i.g, Plattform für Kunst und Kultur Olten. Moderiert wurde der Abend vom Duo Etrit Hasler & Fabi N. Käppeli. «SLAM and Howie» sorgten mit ihrer selbst als «Bastard-Speed-Country» bezeichneten Musik für das passende Rahmenprogramm. Doch im Mittelpunkt standen die dreizehn Wortakrobaten und Dichterinnen, welche mit ihren Texten um die Gunst der über 350 Zuschauerinnen und Zuschauer kämpften. Mit ihren langen und kurzen, ironischen, tiefsinnigen oder komischen Beiträgen brachten sie das Publikum zum Lachen, Nachdenken, Schmunzeln, Stirnrunzeln, zum Johlen oder Buhrufen. Eine Jury aus dem Publikum bewertete jeden Auftritt mit Noten zwischen 1 und 10.Die Region war vertreten durch Kilian Ziegler (Trimbach) und Raphael Studer (Olten), die sich gegenseitig zu übertrumpfen suchten. Aus Basel angereist waren Nico Herzig, der in seinem Freestyle-Slam ab und zu mit Gedächtnislücken zu kämpfen hatte, und Laurin Buser. Der Berner Schriftsteller Christoph Simon stellte in seinem offenen Brief viele Fragen an Nationalrat Toni Brunner. Leider blieben sie unbeantwortet. Gut vertreten war die Ostschweiz mit Phibi Reichling (Stäfa), Mathi Frei (Frauenfeld) oder Philip Vhalos (Trasadingen) oder Rea Regli (Zürich). Ivo Engeler (Frauenfeld) brachte das Publikum mit seinen Kürzesttexten zum Lachen. Und Renato Kaiser (Goldach), Sieger der ersten «laut&deutlich» Trilogie, sinnierte über das Warten auf die Stimme aus dem Off, die nicht da ist? Dass sich der Oltner «laut&deutlich» Poetry Slam inzwischen einen festen Platz in der Schweizer Slam-Szene erobert hat, zeigt sich darin, dass an diesem Abend auch zwei Teilnehmer aus Deutschland auf der Bühne standen: Grohacke aus Heidelberg und Gauner aus Berlin. Grohacke sorgte mit seinem Bekenntnis zur Flugangst für Erheiterung. Nur Fliegen ist schöner? Diese Aussage sei für gleichbedeutend wie etwa: «Nur in Egerkingen ist mehr los». Der Berliner Gauner überzeugte die Jury mit seiner «politischen Aussprache an die lieben Besinnungsgenossen», mit der er den Einzug ins Finale schaffte.Um den Sieg stritt er sich mit Renato Kaiser und Kilian Ziegler, dem Sieger des letzten Slam-Abends. Letzterer bestritt die Endrunde mit einem Text, den er seiner Mutter widmete: «Meine Mutter ist eine Terroristin» handelte vom mütterlichen Sorgen-Terror, den er tagtäglich über sich ergehen lassen muss. Das Ende ist versöhnlich, denn sie ist zwar eine Terroristin, «aber die liebenswerteste, die es gibt». Der Berliner Gauner sinnierte während einer imaginären Reise zum «Krempel aus dem Gerümpeltempel» über Verlust und Vergangenheit. «Verlust ist immer auch Gewinn», so das tiefsinnige Fazit, und: «Ich hab noch viel zu verlieren». Mit einer wahren Geschichte trumpfte der dritte in der Finalrunde, Renato Kaiser, auf. Er erzählte von seinem (tatsächlich stattgefundenen) Auftritt in der Sendung «Aeschbacher» und den dunklen Abgründen des Schweizer Fernsehens? Die Mischung aus Traum und Realität sowie sein gekonnter Auftritt überzeugten das Publikum. Der Goldacher heimste den grössten Applaus ein, was ihn zum Gewinner des 2. «laut&deutlich» Poetry Slams machte. Als Sieg winkten ihm die bewährte Flasche Whisky sowie die von den Lernenden der Langenthaler Firma Ammann gestaltete Trophäe.Damit bleibt die Ausganglage über den Gesamtsieg der dritten Trilogie weiterhin spannend. Ob es Renato Kaiser ein zweites Mal schaffen wird, die Trilogie nach Punkten für sich zu entscheiden, wird sich am nächsten Slam vom 6. März 2009 herausstellen.